Ziegenhainer, der (n.)
Nach ihrem Hertellungsort benannt, dem Dorf Ziegenhain bei Jena, waren Ziegenhainer besonders bei Jenaer Studenten beliebte Spazierstöcke. Sie wurden aus jungen Kornelkirsch-Schößlingen (cornus mas) gemacht und kamen sowohl in geraden als auch korkenzieherförmigen Ausführungen (letztere gefertigt, indem die Kornelkirschpflanze spiralförmig mit einer Schlingpflanze gezogen wurde.) Die Verdickung am Wurzelstock diente als Griff, obwohl einige Quellen darauf verweise, daß der Stock mit dem dicken Ende nach unten, wie eine Keule, getragen wurde. Ziegenhainer fanden als >Sekundierprügel bei Stoßduellen und als Schlagwaffen by Tumulten und nächtlichen Scharmützeln mit Scharwachen und Knoten Verwendung.
The Ziegenhainer walking stick, named for its place of manufacture, the village Ziegenhain near Jena, is made from a sapling of the Kornelkirsche or European Cornel (cornus mas), a species of dogwood also known as Cornelian Cherry. Ziegenhainer came in both straight and “corkscrew” varieties, the latter being produced by the targeted symbiosis of the cherry sapling and a vine that was artfully laid across the growing tree to produce the curvature. The knob used as the handle is part of the plant’s root stock, although several sources mention that it was carried with the thick end pointing down, like a club. Ziegenhainer were used by seconds in thrust duels and as impact weapons during tumults and nocturnal battles with university or city police and non-students.


- “Ziegenhainer sind die gewöhnlichen Studenten-Stöcke, die ihren Namen vom Ort Ziegenhain bey Jena haben, wo dieß Holz in vorzüglicher Güte wächst. Um Göttingen werden nur unächte gefunden, welche bey weitem leichter sind, als jene ächten. — Merkwürdig ist dabey die Sitte, das dicke Ende unten zu tragen, gleichsam wie bey einer Keule.” Wallis [1813];
- “Ein Stock, nach dem Dorfe Ziegenhain bei Jena genannt, wo er häufig geschnitten wird.” Studentikoses Idiotikon [1841]; Allgemeine Deutsche Studentensprache [1860; 54];
- “Ein Stock, der an seinem untern Ende dicker ist als oben; nach dem Dorfe Ziegenhain bei Jena genannt, wo er häufig geschnitten wird.” Saluzzo [1862, 53].
- “Studentenstock.” Neues Wörterbuch [1888, 29.]
>Holzen, >Sekundierprügel, >Ziegenhainer geben, >Ziegenholz,