Sauhieb, der (n.)
Ein illegaler, 3den Regeln des Gefechts zuwiderlaufender Hieb, meist unter die Gürtellinie gerichtet. Ein solcher Hieb kann nicht zum >Anschiß führen, der regelwidrig getroffene muß weiterfechten.
An illegal cut in violation of the encounter’s rules, mostly directed under the belt. A cut like this cannot result in >Anschiß, the illegally hit fencer must continue.
- “Ein unregelmäßiger Hieb, der leicht für den schädlich werden kann, der ihn führt, weil er dadurch große Blößen gibt. Dahin gehören alle die Hiebe, welche unter den Nabel bis zu den Füßen geführt werden.” Augustin, 1795;
- “Wird derjenige genannt, der den Regeln der Fechtkunst und den Bestimmungen des Comments zuwider ist. Beisp. X hat Y bei einer Paukerei am Knie verwundet. Dieß ist ein Sauhieb und gilt nicht als Anschiß.” Stud. Conversationslexicon [1825]; Saluzzo [1862, 45]; Conrad [1875; 80];
- “Wird derjenige Hieb genannt, der gegen die Fechtkunst und gegen den Comment ist.” Rag—y [1831];
- “Ein/jeder unregelmäßig geschlagene Hieb.” Studentikoses Idiotikon [1841]; ine Deutsche Studentensprache [1860; 44]; Burschikoses Wörterbuch [1863, 23]; Neues Wörterbuch [1888, 23].
Note:
Die Konvention, nicht nach dem Bein zu schlagen, war augenscheinlich eine deutsche. Für französische und italienische Hiebfechter des 19. Jahrhunderts war das Bein ein nicht risikofreies aber valides Treffergebiet. (S. Jäger (genannt von Schlumb), August: Der Deutsche in Algier oder Zwei Jahre aus meinem Leben. Stuttgart: Brodhag’sche Buchhandlung, 1834.)
The convention not to aim at the leg was apparently restricted to Germany. For French and Italian fencers, the leg remained an in not riskless, then a valid target throughout the 19th century. (S. Jäger (genannt von Schlumb), August: Der Deutsche in Algier oder Zwei Jahre aus meinem Leben. Stuttgart: Brodhag’sche Buchhandlung, 1834.)
>abstulpen, >imcommentmäßiger Hieb
