Rappierjunge

Rappierjunge, der (n.)

Also: Rappirjunge, Rappi[e]r-Junge

(Auch: >”Ehrengang, ein Duell mit ungeschliffenen, stumpfen Rappieren bei verschlossenen Thüren.” Allgemeine Deutsche Studentensprache [1860; 20]; nur in dieser Quelle.)

Eine dem Duell oder der Mensur in allen Elementen gleichende, aber nicht erstgemeintes Gefecht mit stumpfen Waffen und Schutzwaffen über sechs oder zwölf Gänge.

An amicable encounter with blunt weapons which resembles a duel or Mensur in all aspects, usually over six or twelve >Gänge or rounds.

  • “Ein Rappier-Junge oder -Knabe ist vom dummen Jungen darin unterschieden, daß er mit Rappieren ausgeglichen wird. ‘Einen Rappier-Jungen stürzen; einen — ausmachen’.”Wallis [1813];
  • “Hat ein Student den andern mehr im Scherz als ernstlich beleidigt, so daß eine Forderung keineswegs statt finden kann; oder wollen sich zwei mit einander einmal weidlich herumhauen, so stürzt einer den andern einen Rappierjungen. Dieser wird ganz wie eine Paukerei, aber statt mit Schlägern, nur mit Rappieren ausgemacht. —  Der sogenannte Malitiöse ist eine Steigerung des Rappierjungen, wobei keine Hüte aufgesetzt werden dürfen.” Stud. Conversationslexicon [1825]; Saluzzo [1862, 43]; Conrad [1875; 77];
  • “Ist ein Sturz, der einen Scandal mit stumpfen Rappieren zur Folge hat. Die Ceremonien und Formen sind fast ganz dieselben, als bei einem förmlichen Duelle, nur daß hier nach sechs Gängen der Skandal vorbei ist. Es gibt aber auch Universitäten, wo ein Rappierjunge aus zwölf Gängen besteht. S. Stulp.” Rag—y [1831];
  • “Die Forderung auf ‘Rappierjunge’ ist eigentlich eine Redensart des Biertusches, nur seltener. Er wird ausgefochten im Paukzeug (nicht zu verwechseln mit Paukwichs), also mit Bauch- und Armstulpen, Filzhut und Drahtmaske, der letztere wird mit dünnem Papier überklebt, damit ersichtlich ist, wann und wo ein Hieb gesessen hat, oder die Spitzen der Speere werden zu demselben Zwecke mit Kreide bestrichen, welche, wenn der Speer den Draht der Maske berührt, alsdann weiße Striche auf derselben zurückläßt. Commando, Secundanten etc. ganz wie auf Mensur, wie denn Rappierjunge überhaupt nichts anderes als eine Scherzmensur ist.” Academia Juventus [1878, 71].

Einen Rappierjungen stoßen: Einen R. ausfechten;

einen Rappierjungen auswischen: “Ich wollte ihm trotz meiner ein wenig kurz gerathenen Arme so viele Rappierjungen auswischen, daß er aussähe, wie ein gekerbter Schinken!” —Willkomm, Ernst: Gesellen des Satan. Jena: Hermann Costenoble, 1867; p. 383.

>malitiöser Rappierjunge, >Rappier,

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